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Birkenlehrpfad
1. Tafel / Pionierbaum
Im Schatten von anderen Bäumen kann sich die Birke nicht entwickeln, weil sie sehr lichthungrig ist. Ob dabei der Boden sandig, trocken, feucht oder mager ist, hindert die Birke nicht an der Verbreitung. Birkenwälder sind meist Pionierwälder, die im Verlaufe der Jahrzehnte durch andere Arten unterwandert werden. Die Birke stellt sehr geringe Klimaansprüche und besiedelt deshalb alle Hangexpositionen gleichermassen.
2. Tafel / Vorkommen
Die Birken sind fast in ganz Europa verbreitet, im Süden findet man sie jedoch nur in höheren Lagen. In den nördlichen Gebieten der Nordhalbkugel bilden sie oft ganze Wälder. Weder die Kälte noch ein rauhes Klima schaden der Birke. So ist sie bei uns in den Alpen bis zu einer Höhe von 2000 m zu finden.
Wo die Standortbedingungen nicht optimal sind, werden die Birken als Sträucher ausgebildet.
3. Tafel / der Name
Der Name "Birke" geht auf eine indogermanische Sprachwurzel zurück, das heisst: weiss oder glänzend, und bezieht sich auf die auffallende, helle Färbung der Rinde. Der Name "Birke" taucht in vielen europäischen Sprachen wieder auf (englisch: birch, dänisch: birk, lateinisch: betula). Es handelt sich bei der Birke also um einen typischen europäischen Baum. Zahlreiche Ortschaften enthalten in ihrem Namen das Wort "Birke". Bürchen, abstammend von Betula, Byrchen ist der beste Beweis hierfür.
4. Tafel / der Baum
Es gibt über 60 Birkenarten. Bei uns treffen wir vor allem die Hänge-Birke an (betula pendula) die im Durchschnitt 10 - 25 m hoch wird. Die Birken können aber bis zu 30 m hoch wachsen, wobei der schlanke Stamm bei einer ausgewachsenen grossen Birke gewöhnlich bis in eine Stammhöhe von 5 bis 10 m unbeastet ist. An einem einzigen Tag verdunsten die Blätter eines 15 bis 20 m hohen Stamms rund 70 Liter Wasser. Bei günstigen Standortbedingungen vermag sie 150 Jahre alt zu werden.
5. Tafel / die Rinde
Die weisse markante Rinde lässt die Birke unverkennbar erscheinen. Diese wird ab dem 20. Lebensjahr dunkler, wird bräunlich und rissig, und blättert in papierdünnen Spänen ab. Die weisse Farbe der Stämme und Äste kommt durch Betulin zustande, einem Triterpenderivat, das gegen Tierfrass schützt, die Rinde für Nässe undurchlässig und damit auch unverweslich macht.
6. Tafel / Blüten
Die Birke ist ein einhäusiges Gewächs, das heisst, es sitzen männliche und weibliche Blüten auf demselben Baum, aber getrennt. Die weiblichen grünlich-gelben Stempelkätzchen zeigen wie kleine walzenförmige Zäpfchen nach oben. Die männlichen Kätzchen werden bereits im Vorjahr gebildet; man kann sie daran erkennen, dass sie meist paarweise an den Zweigen herunterhängen und schon zeitig im Frühjahr stäuben.
7. Tafel / Blätter
Die Blätter der Birke sind wechselständig, 4-7 cm lang und tragen einen langen Stiel bis zu 3 cm. Sie sind unbehaart, oberseits dunkler als unterseits und meist schraubig gestellt. Sie haben eine dreieckige Form, mit lang ausgezogener Spitze und der Blattrand ist gesägt. Die jungen Birkenblätter sehen durch das ausgeschiedene weiche Harz glänzend aus. Werden die Blätter älter, verlieren sie den Glanz ebenso wie das Harz.
8. Tafel / das Holz
Das Holz der Birke ist recht hart, fest und leicht zu bearbeiten. Es lässt sich biegen und flechten, drechseln und schnitzen und wurde nicht zuletzt wegen seiner guten Verarbeitungsqualität zu einem geschätzten Material für Architekten und Möbelgestalter. So sind z.B. unsere Alphörner aus Birkenholz. Weiter wird das Holz verwendet für Kisten, Körbe, Schreibpapier, Sperrholz oder z.B. Furniere. Als Cheminée-Brennholz ist es ebenfalls sehr beliebt, weil es in sehr hellen Flammen lodert und viel Licht abgibt.
9. Tafel / der Birkensaft
In der Naturheilkunde braucht man den Saft der Birke zur Regulierung des Wasserhaus-haltes des Körpers. Er regt die Nieren an, entsäuert und entfettet das Blut und wirkt hautreinigend. Bereits die Kelten anerkannten den Birkensaft als Schönheitstrunk. In der Kosmetik hat das Birkenwasser diesen Ruf bis heute bewahrt.
Gewonnen wird der Saft in den Monaten April/Mai, vor der Blätterbildung. Dann, wenn die Stärkereserven im Stamm zu Zuckerwasser geworden sind. Das zwei bis drei Zentimeter tiefe Bohrloch wird auf einer Höhe von 30 bis 50 Zentimeter ab Boden gesetzt. Der Baum und die Rinde erleidet keinen Schaden, wenn das Loch anschliessend mit Baumwachs ausgefüllt wird.
10. Tafel / Heilpflanze
Dem Birkensaft sprachen unsere Vorfahren eine ganz besondere Heilkraft zu, da dieser einen hohen Gehalt an Mineralsalzen, viel Vitamin C und organische Säuren enthält. So werden Birkenblätter und Birkenknospen für Tee gewonnen, die Birkenrinde hilft bei verschiedenen Hautkrankheiten, Birkenrindeöl oder Birkenknospenöl wird bei Gelenk- und Muskelschmerzen verwendet und Birkenteer hilft bei Darmerkrankungen - um nur einige Beispiele zu nennen.